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Das Jägerbataillon Waldenfels bildete auf Kabinettsordre vom 23. September 1794
zwei Jägerkompagnien nach preußischem Fuß, die laut Ordre vom 29. April 1795
unter dem Major v. T ü m p l i n g als 3. Bataillon zum Feldjägerregiment gehören
sollten. Das Personal der Forstverwaltung in den fränkischen Fürstentümern wurde,
wie es in den alten Provinzen der Fall war, zum Ersatz für die Jäger bestimmt,
dagegen das bisherige Provinzialjägerkorps aufgehoben.

Die Verschiedenheit der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Franken
ließ die einfache Übertragung des Kantonreglements von 1792 auf die Markgraf-
schaften nicht zu. Es fand daher eine Umarbeitung statt, die am 21. März 1796
die Genehmigung des Königs erhielt. Fürth blieb kantonfrei. Die Dienstzeit
wurde statt auf 20 nur auf 16 Jahre festgefetzt. Das Regiment Unruh (Nr. 45)
ergänzte sich aus Bayreuth, das Regiment Laurens (Nr. 56) aus Ansbach. Vom
Husarenbataillon wurde eine Eskadron auf Bayreuth angemiesen, 4 auf Ansbach.
Eine aus alter Zeit stammende Einrichtung blieb bestehen, der Landauschutz
im Fürstentum Bayreuth. Er stammte aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg,
als man in vielen deutschen Landen das landverderbende Söldnertum durch eine
einheimische Volksbewaffnung zu ersetzen versuchte, wie sie damals auch im
Herzogtum Preußen unter der Regierung des Markgrafen Georg Friedrich von
Ansbach und Bayreuth ins Leben gerufen wurde.(4) Im Fürstentum Ansbach war der
Ausschuß in Verfall geraten, es bestand nur eine lose örtliche Organisation
in Bürgerkompagnien und Schützengilden, in der Stadt Ansbach eine berittene
Stadtgarde, im ganzen 4727 Mann Infanterie und 221 Mann Kavallerie. Dagegen
hatte im Fürstentum Bayreuth eine geordnete militärische Gliederung Platz
gegriffen. Sämtliche angesessenen Bürger und Bauern waren in Musterrollen
für den Landauschutz eingetragen. Nur körperliche Untauglichkeit, Alter über
60 Jahre, öffentliche Ämter und gewisse Gewerbe befreiten, dann trat eine
Geldabgabe an die Stelle des Dienstes. Der Auschuß war in 5 Regimenter zu
8 bis 12 Kompagnien eingeteilt: Bayreuth, Culmbach, Hof, Wunsiedel, Neustadt
a. d. Aisch, außerdem bestand in Erlangen eine Stadtmiliz von 2 Kompagnien
zu Pferde und 4 Kompagnien zu Fuß. Pensionierte

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Offiziere waren Kommandanten der Regimenter, die übrigen Offiziere entstammten
der Bürgerschaft. Jährlich versammelten Sich wenigstens die Kompagnien auf
einige Tage zu Übungen, womit meist ein Scheibenschießen verbunden war. Auch
zu Polizeizwecken wurde der Ausschuß herangezogen. Die Regimenter hatten be-
Stimmte Uniformen, Fahnen und Musik. Man legte im Lande großen Wert auf diese
Einrichtung, und Sie hat sich bis zum Jahre 1806 erhalten. Bei der letzten
vor diesem Zeitpunkt abgehaltenen Musterrung betrug die Zahl der ein-
gestellten Landausschußpflichtigen 10531, die der nichteingestellten 15 910,
zusammen 26441. (5)

Mit der Erwerbung von Ansbach-Bayreuth kam der Rote-Adler-Orden an Preußen.
Er war ein Ritterorden alter Art, nicht eigentlich ein Verdienstorden, hatte
daher auch nur eine Klasse. Alle Ritter des Schwarzen-Adler-Ordens erhielten
auch den Roten, und für die Folge wurde verordnet, daß niemand den Schwarzen-
AdIer-Orden erhalten solle, der nicht zuvor den Roten gehabt habe, ausgenommen
die Königlichen Prinzen und regierende Fürsten. Es gab nur eine Form des Ordens,
das weiße, achtspitzige Kreuz am breiten weißen Bande mit orange Randstreifen
und dazu den achteckigen Silbernen Stern aus der linken Brust mit der Inschrift:
Sincere et constanter. Die ersten Verleihungen an 12 Generale vollzog König
Friedrich Wilhelm II. im Juli 1792 in Ansbach, als er auf der Reise nach dem
westlichen Kriegsschauplatze die fränkischen Lande besuchte.

*) 53b. 1 6. 26.

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Wikepedia -
Neben der berittenen Truppe stellte Friedrich der Große vier Jahre später
1744 das Feldjägerkorps zu Fuß auf, rekrutiert aus dem einheimischen
Forstpersonal und deren Söhnen. Die zu Beginn 300 Mann starke Einheit,
die ihre eigene Bewaffnung mitbrachte (die Jagdgewehre waren zu dieser Zeit
den Infanteriewaffen in Punkto Treffgenauigkeit deutlich überlegen), wuchs
bis zu Friedrichs II. Tod auf rund 1.000 Mann an und gilt als Vorläufer
aller Jägerbataillone.